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miklavž – das besondere nikolausfest in slowenien

Wenn du an den Anfang des Dezembers denkst, kommen dir wahrscheinlich Lebkuchen, das Schuhaufstellen und der berühmte Nikolaus mit seinen Gehilfen in den Sinn, der durch die Straßen zieht. Aber wusstest du, dass in Slowenien ein ganz eigenes Kinderfest gefeiert wird? Lerne Miklavž kennen – den slowenischen Nikolaus. Eine Tradition voller Atmosphäre, Spannung und besonderer Gestalten. Wenn du planst, Slowenien im Winter zu besuchen, solltest du diese Feier unbedingt erleben – sie ist eine unvergessliche kulturelle Erfahrung. In diesem Blog nehmen wir dich mit in die Welt von Miklavž und seinen Helfern.

wer ist miklavž?

Auf den ersten Blick sieht Miklavž dem uns bekannten Nikolaus sehr ähnlich. Er basiert auf derselben historischen Figur: dem heiligen Nikolaus von Myra. Wie sein niederländisches Gegenstück ist Miklavž ein alter, weiser Mann mit langem, weißem Bart. Er trägt einen Bischofsmantel, eine Mitra und hält einen goldenen Stab. In seinem großen, schweren Buch steht ganz genau, welche Kinder im vergangenen Jahr brav waren – und wer ein wenig unartig war. Am 6. Dezember, dem Tag des heiligen Nikolaus, besucht er die Kinder, um sie für ihr gutes Benehmen zu belohnen. Bis hier reichen die Ähnlichkeiten, denn Miklavž reist nicht mit dem Dampfschiff an und hat keine „Pieten“ als Gehilfen.

engel und teufel als helfer von miklavž

In Slowenien begleiten ein besonderes Duo den Miklavž: Engel und Teufel. Diese Figuren stehen für den klassischen Kampf zwischen Gut und Böse und nehmen in der slowenischen Tradition eine zentrale Rolle ein.

Zwei Menschen verkleidet als Engel und Teufel bei der Miklavž-Parade in Slowenien

die furchteinflößenden parklji-teufel

Die eindrucksvollsten – und für Kinder auch spannendsten – Figuren sind die „Parklji“. Diese teuflischen, krampusartigen Gestalten mit Hörnern, dunklem Fell und schaurigen Masken stürmen durch die Straßen, rütteln mit Ketten und machen ordentlich Lärm, um die Kinder ein wenig zu erschrecken. Die Parklji sind dazu da, die ungezogenen Kinder zu warnen. Sie tragen eine Rute (ein Bündel Zweige) als Symbol für die Strafe, die freche Kinder erwartet. Auch wenn sie unheimlich wirken, ist ihre Rolle vor allem theatralisch – Miklavž hält sie stets unter Kontrolle und ihr Ziel ist es, zu beeindrucken und nicht wirklich Angst zu verbreiten.

die gutherzigen engel

Als Gegengewicht zu den dunklen Parklji gibt es die Engel. Diese friedvoll wirkenden Gestalten in weißen Gewändern unterstützen Miklavž bei seiner Aufgabe. Sie beruhigen die Kinder, die sich vor den Parklji erschreckt haben, und helfen beim Verteilen der Gaben an die braven Kinder. Die Engel symbolisieren das Gute und die Belohnung, die auf gutes Verhalten folgt. Zusammen bilden Miklavž, die Engel und die Parklji ein faszinierendes Schauspiel, das das Herzstück der Tradition abbildet: Das Gute wird belohnt, das Schlechte ermahnt.

wie feiern die slowenen miklavž

Das Miklavž-Fest ist tief in der slowenischen Kultur verankert. Es vereint feierliche Umzüge, gesellige Märkte und spannende Familienbräuche.

Traditionelle Figur des Miklavž während festlicher Parade in Slowenien

der spannende abend des 5. dezember

Die Aufregung beginnt am Abend des 5. Dezembers. Bevor die Kinder ins Bett gehen, stellen sie einen Schuh auf die Fensterbank oder eine Schale auf den Tisch. Sie polieren die Schuhe besonders gut – in der Hoffnung, dass Miklavž diese in der Nacht füllt. Voller Spannung schlafen sie ein und fragen sich, was der nächste Morgen wohl bringt.

umzüge und prozessionen

In vielen slowenischen Städten und Dörfern finden am 5. Dezember, bei Einbruch der Dämmerung, Miklavž-Prozessionen statt. Miklavž schreitet feierlich durch die Straßen – begleitet von seinen Engeln und einer Horde lärmender Parklji. Diese Umzüge sind wahre Spektakel. Die Parklji rennen wild durch die Menge und necken die Zuschauer, während Miklavž die Ruhe bewahrt und Süßigkeiten verteilt. Ein besonderes Erlebnis, bei dem die gesamte Gemeinschaft mitmacht! Vor allem in größeren Städten wie Ljubljana und Maribor beeindrucken die Prozessionen – aber auch in kleinen Dörfern herrscht eine authentische und familiäre Atmosphäre.

ein überraschender morgen am 6. dezember

Am Morgen des 6. Dezembers stürmen die Kinder erwartungsvoll zu ihrem Schuh oder ihrer Schale. Wenn sie brav waren, finden sie sie gefüllt mit Leckereien und kleinen Geschenken. Dabei handelt es sich nicht um teures oder großes Spielzeug – die Tradition ist eher bescheiden.

  • Süßigkeiten und Schokolade
  • Getrocknete Früchte wie Feigen und Datteln
  • Nüsse und Äpfel
  • Ein traditioneller Honigkuchen (Medenjaki) in Form von Miklavž
  • Kleine, praktische Geschenke wie Socken, Handschuhe oder ein Schal

Und was passiert, wenn du nicht so brav warst? Dann kann es vorkommen, dass einer der Parklji eine Rute oder sogar ein Stück Kohle im Schuh zurücklässt. Häufig ist es eine Mischung: etwas Süßkram plus eine kleine Rute – als spielerische Warnung, sich im kommenden Jahr mehr Mühe zu geben.

tipps, um miklavž selbst zu erleben

Bist du Anfang Dezember in Slowenien? Dann lass dir dieses besondere Fest nicht entgehen! Es ist eine wunderbare Gelegenheit, die lokale Kultur kennenzulernen. Hier ein paar Tipps:

  • Besuche einen Miklavž-Markt: In den Tagen vor dem 6. Dezember gibt es in vielen Städten spezielle Märkte. Hier kaufst du traditionellen Honigkuchen, handgemachte Geschenke und probierst slowenische Leckereien. Die Atmosphäre ist herzlich und festlich.
  • Nimm an einer Prozession teil: Informiere dich vor Ort über Zeit und Route des Miklavž-Umzugs. Die Parade im Zentrum von Ljubljana ist groß und spektakulär, eine Dorfprozession bietet aber ein besonders authentisches Erlebnis.
  • Erschrecke nicht vor den Parklji: Sei vorbereitet auf die lärmenden und manchmal unheimlichen Teufel. Sie gehören fest zur Folklore und Atmosphäre dazu – Slowenen, jung und alt, genießen diesen spannenden Aspekt ganz offensichtlich.
  • Koste die Tradition: Kaufe einen Honigkuchen mit Bild von Miklavž. Die „Medenjaki“ sind nicht nur lecker, sondern auch ein hübsches Souvenir.

eine tradition zum bewahren

Miklavž ist mehr als ein Kinderfest. Es ist eine lebendige Tradition, die Gemeinschaften zusammenbringt und Generationen verbindet. Das slowenische Nikolausfest ist weniger kommerziell – vielleicht sogar ursprünglicher – als das, was wir aus den Niederlanden kennen. Im Mittelpunkt stehen die Symbolik von Gut und Böse, die Spannung der Nacht und die Freude am Morgen. Ein Fest voll Wärme, Folklore und einer zauberhaften Atmosphäre. Ein Besuch in Slowenien Anfang Dezember ist die perfekte Gelegenheit, daran teilzuhaben. Eine Erfahrung, die deinem Urlaub garantiert das gewisse Etwas verleiht.